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Hannes Wader Noch hier - Was ich noch singen wollte: Kritik und Einblicke

Hannes Wader Noch hier - Was ich noch singen wollte: Kritik & Einblicke

Letztes Update: 30. März 2025

Das Album 'Noch hier - Was ich noch singen wollte' von Hannes Wader wird vorgestellt und kritisch beleuchtet. Erfahren Sie, was das Album so besonders macht und warum es ein emotionaler Meilenstein für den Liedermacher ist.

Hannes Wader: Ein Abschied mit "Noch hier - Was ich noch singen wollte"

Mit "Noch hier - Was ich noch singen wollte" verabschiedet sich Hannes Wader von der Bühne. Das Album, erschienen am 23. Juni 2022, ist mehr als nur eine Sammlung von Liedern. Es ist ein musikalisches Vermächtnis, das die Essenz seines Schaffens einfängt. Wader, der seit Jahrzehnten als einer der bedeutendsten Liedermacher Deutschlands gilt, zeigt hier noch einmal die ganze Bandbreite seines Könnens. Doch was macht dieses Album so besonders? Und wie gelingt es ihm, den Hörer so tief zu berühren?

Ein Album zwischen Abschied und Rückblick

"Noch hier - Was ich noch singen wollte" ist ein Werk, das von Reflexion geprägt ist. Die 18 Tracks wirken wie ein musikalisches Tagebuch, in dem Wader seine Gedanken und Erinnerungen festhält. Besonders auffällig ist die thematische Vielfalt: Von politischen Liedern wie "Um eine bess’re Welt zu schaffen" bis hin zu poetischen Vertonungen wie "Die Nacht" von Friedrich Hölderlin. Diese Mischung aus persönlichem und gesellschaftlichem Blickwinkel macht das Album zu einem facettenreichen Erlebnis.

Die Bedeutung des Titelsongs "Noch hier"

Der Titeltrack "Noch hier" ist das emotionale Herzstück des Albums. Mit seiner ruhigen Melodie und den nachdenklichen Texten zieht er Sie in eine Welt voller Melancholie und Dankbarkeit. Wader reflektiert über das Leben, das Vergangene und das, was bleibt. Es ist ein Lied, das zum Innehalten einlädt und gleichzeitig Trost spendet. Gerade in der heutigen Zeit, in der vieles schnelllebig ist, wirkt dieser Song wie ein Anker.

Musikalische Vielfalt und handwerkliche Perfektion

Musikalisch zeigt sich Hannes Wader auf "Noch hier - Was ich noch singen wollte" von seiner besten Seite. Die Arrangements sind schlicht, aber wirkungsvoll. Ob die zarte Interpretation des französischen Klassikers "Plaisir d’amour" oder das düstere "Schlimme Träume" – jedes Stück hat seinen eigenen Charakter. Besonders beeindruckend ist die Länge einiger Lieder, wie etwa "Klaas der Storch" mit fast acht Minuten. Hier nimmt sich Wader die Zeit, Geschichten zu erzählen, die nachhallen.

Die Rolle der Poesie

Ein weiteres Highlight des Albums sind die Vertonungen von Gedichten. Mit "Die Nacht" und "An die Parzen" greift Wader auf Texte von Friedrich Hölderlin zurück. Diese Stücke zeigen, wie tief er in die Welt der Lyrik eintaucht. Die Verbindung von Wort und Musik gelingt ihm dabei meisterhaft. Es ist, als ob die Gedichte durch seine Stimme eine neue Dimension erhalten.

Ein politisches Statement

Hannes Wader war immer ein politischer Künstler, und das zeigt sich auch auf diesem Album. Lieder wie "Krieg ist Krieg" oder "Um eine bess’re Welt zu schaffen" sind klare Statements gegen Ungerechtigkeit und Gewalt. Dabei bleibt er jedoch nie plakativ. Seine Texte regen zum Nachdenken an und laden Sie ein, sich mit den Themen auseinanderzusetzen. Gerade in einer Zeit, in der politische Musik selten geworden ist, wirkt dies erfrischend und wichtig.

Ein würdiger Abschied

Mit "Noch hier - Was ich noch singen wollte" verabschiedet sich Hannes Wader von seinen Fans. Doch es ist kein Abschied voller Trauer, sondern einer voller Dankbarkeit. Die Lieder wirken wie ein Geschenk, das er Ihnen hinterlässt. Es ist ein Album, das Sie immer wieder hören können und das mit jedem Durchlauf neue Facetten offenbart.

Fazit: Ein Meisterwerk zum Abschied

"Noch hier - Was ich noch singen wollte" ist ein Album, das in Erinnerung bleibt. Es vereint alles, was Hannes Wader ausmacht: Poesie, politische Haltung und musikalische Tiefe. Für Fans ist es ein Muss, für Neulinge ein perfekter Einstieg in sein Werk. Mit diesem Album zeigt Wader, dass er auch nach Jahrzehnten im Musikgeschäft nichts von seiner Relevanz verloren hat. Es ist ein würdiger Abschluss einer beeindruckenden Karriere.

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Das Album "Noch hier - Was ich noch singen wollte" von Hannes Wader ist ein beeindruckendes Werk, das tief in die Seele des Künstlers blicken lässt. Es ist nicht das erste Mal, dass Hannes Wader seine Zuhörer mit seiner Musik berührt. Ein weiteres bemerkenswertes Album von ihm ist Hannes Wader Neue Bekannte, das ebenfalls eine Vielzahl an tiefgründigen Liedern bietet.

Wenn du mehr über die Werke von Hannes Wader erfahren möchtest, könnte auch das Album Hannes Wader Sing von Interesse für dich sein. Dieses Album zeigt eine andere Facette des Künstlers und bietet eine spannende Ergänzung zu "Noch hier - Was ich noch singen wollte".

Neben Hannes Wader gibt es auch andere bedeutende Singer-Songwriter, die mit ihren Alben beeindrucken. Ein Beispiel ist Reinhard Mey Portrait. Reinhard Mey ist bekannt für seine einfühlsamen Texte und seine einzigartige Stimme, die seine Lieder unvergesslich machen.