Letztes Update: 30. März 2025
In dieser Rezension stellen wir Ihnen Hannes Waders Album 'Ich hatte mir noch soviel vorgenommen' vor. Wir beleuchten die Highlights und geben eine kritische Einschätzung zu den Themen und musikalischen Arrangements.
Mit seinem 1971 erschienenen Album "Ich hatte mir noch soviel vorgenommen" hat Hannes Wader ein Werk geschaffen, das bis heute nachhallt. Die acht Lieder auf der 12"-Vinyl sind mehr als nur Musikstücke – sie sind Erzählungen, die das Leben in all seinen Facetten beleuchten. Wader, der als einer der bedeutendsten Liedermacher Deutschlands gilt, zeigt hier seine Fähigkeit, persönliche und gesellschaftliche Themen miteinander zu verweben. Schon der Titeltrack, der mit über neun Minuten das Album abschließt, ist ein eindringliches Beispiel für seine Kunst, Emotionen und Reflexionen in Worte und Melodien zu fassen.
"Ich hatte mir noch soviel vorgenommen" ist musikalisch vielseitig und doch unverkennbar Wader. Die Arrangements sind schlicht, aber wirkungsvoll. Akustische Gitarren dominieren, begleitet von sparsamen, aber präzisen Instrumentierungen. Besonders auffällig ist die Länge der Stücke: Mit Ausnahme von "Hör auf, Mädchen" überschreiten alle Songs die Fünf-Minuten-Marke. Diese ausgedehnten Kompositionen geben Wader Raum, seine Geschichten in Ruhe zu entfalten. Der Opener "Charley" etwa zieht Sie mit seiner melancholischen Melodie und den eindringlichen Texten sofort in den Bann.
Der Song "Ich hatte mir noch soviel vorgenommen" ist das Herzstück des Albums. Mit einer Laufzeit von über neun Minuten nimmt er Sie mit auf eine emotionale Reise. Wader reflektiert hier über verpasste Chancen und unerfüllte Träume. Die Zeilen "Ich hatte mir noch soviel vorgenommen, doch die Zeit war schneller als ich" sind ein Beispiel für seine Fähigkeit, universelle Gefühle in einfache, aber kraftvolle Worte zu fassen. Die musikalische Begleitung bleibt dabei zurückhaltend, was den Text umso stärker wirken lässt.
Hannes Wader war nie ein Künstler, der sich vor politischen oder gesellschaftlichen Themen scheute. Auch auf "Ich hatte mir noch soviel vorgenommen" finden sich kritische Töne. Die "Arschkriecher-Ballade" ist ein bissiger Kommentar auf Opportunismus und Anpassung. Gleichzeitig gibt es auf dem Album auch sehr persönliche Momente, wie in "Aufgewachsen auf dem Lande". Hier schildert Wader seine Kindheit und die Herausforderungen des Lebens in einer ländlichen Umgebung. Diese Mischung aus Gesellschaftskritik und Introspektion macht das Album so besonders.
1971 war Hannes Wader bereits ein etablierter Künstler, doch mit "Ich hatte mir noch soviel vorgenommen" erreichte er eine neue Ebene. Die Texte sind poetisch und tiefgründig, ohne jemals prätentiös zu wirken. Seine Stimme, warm und eindringlich, trägt die Geschichten mit einer Authentizität, die Sie sofort berührt. Wader gelingt es, komplexe Themen in einer Sprache auszudrücken, die direkt ins Herz geht.
Auch mehr als 50 Jahre nach seiner Veröffentlichung hat "Ich hatte mir noch soviel vorgenommen" nichts von seiner Relevanz verloren. Die Themen, die Wader anspricht – von persönlichen Zweifeln bis hin zu gesellschaftlichen Missständen – sind zeitlos. Das Album zeigt, wie Musik als Medium genutzt werden kann, um Geschichten zu erzählen und zum Nachdenken anzuregen. Es ist ein Werk, das Sie immer wieder neu entdecken können.
"Ich hatte mir noch soviel vorgenommen" ist ein Album, das Sie nicht nur hören, sondern erleben. Hannes Wader schafft es, mit seinen Liedern eine Verbindung zu Ihnen herzustellen, die über die Musik hinausgeht. Es ist ein Werk, das zum Nachdenken anregt, Emotionen weckt und Sie vielleicht sogar dazu inspiriert, über Ihre eigenen "unerledigten Vorhaben" nachzudenken. Wenn Sie sich für deutsche Liedermacher und tiefgründige Texte interessieren, ist dieses Album ein Muss.
Hannes Wader hat mit "Ich hatte mir noch soviel vorgenommen" ein Album geschaffen, das in seiner Schlichtheit und Tiefe beeindruckt. Es ist ein Werk, das zeigt, wie kraftvoll Musik sein kann, wenn sie ehrlich und authentisch ist. Dieses Album ist nicht nur ein Stück Musikgeschichte, sondern auch ein Spiegel der menschlichen Seele. Lassen Sie sich darauf ein – es lohnt sich.
Das Album "Ich hatte mir noch soviel vorgenommen" von Hannes Wader bietet eine beeindruckende Sammlung von Liedern, die tief in die Seele blicken lassen. Wenn Sie mehr über Hannes Waders musikalische Reise erfahren möchten, könnte die Kritik zu seinem Album "Hannes Wader Der Volkssänger" von Interesse sein. Dieses Werk zeigt eine weitere Facette seines Könnens und seiner poetischen Ausdruckskraft.
Ein weiterer bemerkenswerter Künstler in der Singer-Songwriter-Szene ist Reinhard Mey. Seine Alben sind bekannt für ihre tiefgründigen Texte und melodischen Kompositionen. Besonders empfehlenswert ist die Rezension zu "Reinhard Mey Ich bin aus jenem Holze", die einen Einblick in seine musikalische Entwicklung gibt. Hier wird deutlich, wie Mey es schafft, persönliche und gesellschaftliche Themen zu verbinden.
Auch Konstantin Wecker hat mit seinem Album "Konstantin Wecker Ohne Warum" ein Meisterwerk geschaffen. Seine Lieder sind geprägt von tiefen Emotionen und politischem Engagement. Diese Kritik beleuchtet die Vielseitigkeit und das Engagement des Künstlers, was ihn zu einem wichtigen Vertreter der deutschen Musikszene macht.