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Klaus Hoffmann Was fang ich an in dieser Stadt? Albumkritik

Klaus Hoffmann Was fang ich an in dieser Stadt? – Albumkritik

Letztes Update: 30. März 2025

Das Album 'Was fang ich an in dieser Stadt?' von Klaus Hoffmann wird vorgestellt. Erfahren Sie, wie der Chansonier die Themen Sehnsucht und Heimat verarbeitet.

Klaus Hoffmann: Was fang ich an in dieser Stadt? – Ein Album zwischen Melancholie und Großstadtpoesie

Ein Blick zurück: Klaus Hoffmanns musikalische Reise

Mit seinem 1978 erschienenen Album "Was fang ich an in dieser Stadt?" hat Klaus Hoffmann ein Werk geschaffen, das bis heute als Meilenstein des deutschen Chansons gilt. Der Berliner Liedermacher, der für seine poetischen Texte und seine warme Stimme bekannt ist, fängt in diesem Album die Stimmung einer Stadt und einer Generation ein. Die elf Lieder sind ein Spiegel seiner Zeit, geprägt von Melancholie, Sehnsucht und einer tiefen Verbundenheit zu Berlin. Doch Hoffmanns Musik ist mehr als nur ein Abbild seiner Umgebung – sie ist eine Einladung, die Welt durch seine Augen zu sehen.

Der Titelsong: Eine Hymne an die Rastlosigkeit

Der Opener und Titelsong "Was fang' ich an in dieser Stadt" ist ein eindringlicher Einstieg in das Album. Mit einer Mischung aus Nachdenklichkeit und Aufbruchsstimmung fragt Hoffmann: "Was fang ich an in dieser Stadt, die mich nicht hält und doch nicht loslässt?" Die Melodie ist schlicht, aber eindringlich, und lässt Raum für die Worte, die sich tief ins Gedächtnis eingraben. Es ist ein Lied, das die Zerrissenheit zwischen Heimatliebe und Fernweh auf den Punkt bringt – ein Gefühl, das viele seiner Hörer teilen dürften.

Kreuzberger Walzer: Ein Tanz durch die Straßen Berlins

Mit "Kreuzberger Walzer" entführt Klaus Hoffmann Sie in die Straßen eines Berlins, das es so heute nicht mehr gibt. Der Walzer-Rhythmus verleiht dem Lied eine Leichtigkeit, die im Kontrast zu den oft melancholischen Texten des Albums steht. Hoffmann beschreibt das Leben in Kreuzberg mit einer Mischung aus Zärtlichkeit und Ironie. Es ist ein Lied, das die Vielfalt und Widersprüche der Stadt feiert und gleichzeitig die Frage aufwirft, wie man sich in diesem Chaos zurechtfindet.

Die Geschichten hinter den Liedern

Jedes Lied auf "Was fang ich an in dieser Stadt?" erzählt eine eigene Geschichte. "Der Boxer" ist eine berührende Ballade über das Scheitern und den Kampf, wieder aufzustehen. In "Estaminet" nimmt Hoffmann Sie mit in ein kleines Café, das zum Schauplatz von Begegnungen und Abschieden wird. Besonders eindrucksvoll ist "Novembermorgen", ein Lied, das die graue Schönheit eines Herbsttages einfängt. Hoffmanns Texte sind voller Bilder, die Sie direkt in die Szenen hineinziehen.

Die leisen Töne: Stille und Nachdenklichkeit

Mit "Stille" und "Die Mittelmäßigkeit" zeigt Klaus Hoffmann eine andere Seite von sich. Diese Lieder sind reduziert, fast schon intim, und laden Sie ein, innezuhalten. "Stille" ist ein Lied, das von der Sehnsucht nach Ruhe erzählt, während "Die Mittelmäßigkeit" eine kritische Auseinandersetzung mit dem Alltag ist. Beide Stücke zeigen, wie vielseitig Hoffmann als Künstler ist und wie er es schafft, auch in den leisen Momenten große Emotionen zu transportieren.

Ein Liebeslied an Berlin

Das Album schließt mit "Berlin", einem Lied, das als Liebeserklärung an die Stadt verstanden werden kann. Hoffmann beschreibt Berlin mit all seinen Facetten – den schönen und den hässlichen. Es ist ein Lied, das die Widersprüche der Stadt feiert und gleichzeitig die Frage stellt, wie man in diesem Chaos seinen Platz finden kann. Mit seiner warmen Stimme und den poetischen Texten schafft Hoffmann es, die Seele Berlins einzufangen.

Ein zeitloses Werk

"Was fang ich an in dieser Stadt?" ist ein Album, das auch über 40 Jahre nach seiner Veröffentlichung nichts von seiner Aktualität verloren hat. Klaus Hoffmann gelingt es, Themen wie Heimat, Sehnsucht und Identität auf eine Weise zu behandeln, die zeitlos ist. Seine Musik ist ein Spiegel der Gesellschaft, aber auch ein persönliches Bekenntnis. Wenn Sie sich auf dieses Album einlassen, werden Sie nicht nur die Stadt Berlin, sondern auch sich selbst besser verstehen.

Fazit: Ein Album, das bleibt

Mit "Was fang ich an in dieser Stadt?" hat Klaus Hoffmann ein Werk geschaffen, das weit über die Grenzen des Chansons hinausgeht. Es ist ein Album, das Sie zum Nachdenken anregt, Sie berührt und Sie mitnimmt auf eine Reise durch die Straßen Berlins und die Tiefen der menschlichen Seele. Wenn Sie sich für deutsche Liedermacher und poetische Texte begeistern, sollten Sie dieses Album unbedingt hören. Es ist ein Stück Musikgeschichte, das auch heute noch relevant ist.

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Das Album "Was fang ich an in dieser Stadt?" von Klaus Hoffmann bietet eine tiefgehende musikalische Reise durch urbane Themen und persönliche Reflexionen. Klaus Hoffmann, bekannt für seine poetischen Texte und seine einfühlsame Stimme, hat mit diesem Album erneut bewiesen, warum er zu den wichtigsten Singer-Songwritern unserer Zeit zählt. Die Lieder sind geprägt von Melancholie und Sehnsucht, aber auch von Hoffnung und Liebe.

Wenn Sie mehr über Klaus Hoffmann und seine Werke erfahren möchten, empfehle ich Ihnen einen Blick auf unsere Kritik zu Klaus Hoffmann Wenn ich sing'. Dieses Album zeigt eine andere Facette seines künstlerischen Schaffens und bietet ebenfalls tiefgründige Texte und wunderschöne Melodien.

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