Letztes Update: 29. März 2025
Hannes Wader ...und es wechseln die Zeiten ist ein beeindruckendes Album. Wir stellen es Ihnen vor, beleuchten die Highlights und liefern eine fundierte Kritik.
Mit dem Album Hannes Wader ...und es wechseln die Zeiten, das 2004 erschien, zeigt der Liedermacher erneut, warum er zu den bedeutendsten Stimmen des deutschsprachigen Chansons gehört. Die zwölf Tracks des Albums spannen einen Bogen zwischen historischen Themen, gesellschaftskritischen Beobachtungen und poetischen Reflexionen. Wader bleibt dabei seiner Linie treu: klare Worte, getragen von einer unverwechselbaren Stimme und einer meisterhaften Gitarrenbegleitung. Doch was macht dieses Album so besonders? Es ist die Balance zwischen Tradition und Moderne, die hier hörbar wird. Wader greift auf alte Texte zurück, interpretiert sie neu und verwebt sie mit eigenen Kompositionen. Das Ergebnis ist ein Werk, das sowohl zeitlos als auch hochaktuell wirkt.
Der Opener „Paris 1794“ entführt Sie in die Zeit der Französischen Revolution. Mit eindringlichen Worten und einer melancholischen Melodie schildert Wader die Hoffnungen und Tragödien dieser Epoche. Der Song ist ein Beispiel dafür, wie der Künstler historische Stoffe in die Gegenwart holt. Die Frage, was wir aus der Geschichte lernen können, schwingt in jeder Zeile mit. Dabei bleibt Wader stets ein Erzähler, der nicht belehrt, sondern zum Nachdenken anregt. Die musikalische Umsetzung ist schlicht, aber wirkungsvoll. Die Gitarre trägt den Text, ohne ihn zu überlagern. Es ist ein Auftakt, der Sie sofort in den Bann zieht.
Mit „Milliardäre“ zeigt Hannes Wader, dass er auch 2004 nichts von seiner politischen Schärfe eingebüßt hat. Der fast siebenminütige Song ist eine Abrechnung mit sozialer Ungerechtigkeit und der Macht des Geldes. Wader singt mit einer Mischung aus Wut und Resignation, die unter die Haut geht. Die Länge des Stücks erlaubt es ihm, die Thematik in aller Tiefe zu entfalten. Dabei bleibt die Melodie eingängig, fast hypnotisch. Es ist ein Lied, das Sie nicht nur hören, sondern fühlen. Die Botschaft ist klar: Die Welt braucht Veränderung, und Musik kann ein Mittel sein, um diese einzufordern.
Ein zentrales Thema des Albums ist die Vergänglichkeit. Songs wie „Vanitas! Vanitatum! Vanitas!“ und „Vergänglichkeit der Schönheit“ greifen dieses Motiv auf. Wader nutzt hier Texte aus der Barockzeit und verbindet sie mit seiner eigenen musikalischen Handschrift. Die Lieder sind von einer tiefen Melancholie geprägt, die jedoch nie ins Sentimentale abgleitet. Stattdessen laden sie Sie ein, über die großen Fragen des Lebens nachzudenken. Was bleibt, wenn alles vergeht? Wader gibt keine Antworten, sondern öffnet Räume für Ihre eigenen Gedanken.
Mit „Wandern lieb ich für mein Leben“ zeigt Wader, wie er traditionelle Volkslieder in einen neuen Kontext stellt. Der Song ist eine Hommage an die Romantik, aber auch eine Reflexion über das Unterwegssein im Leben. Die schlichte Melodie und der klare Gesang machen das Lied zu einem der eingängigsten Stücke des Albums. Es ist ein Moment der Leichtigkeit, der jedoch nicht ohne Tiefgang bleibt. Wader beweist hier, dass er ein Meister darin ist, alte Texte lebendig zu halten.
„Krieg ist Krieg“ ist eines der eindringlichsten Lieder des Albums. Mit scharfen Worten und einer düsteren Melodie prangert Wader die Sinnlosigkeit von Kriegen an. Der Song ist eine Mahnung, die auch fast zwei Jahrzehnte nach der Veröffentlichung nichts von ihrer Aktualität verloren hat. Wader gelingt es, die Schrecken des Krieges in wenigen Minuten greifbar zu machen. Es ist ein Lied, das Sie nicht so schnell vergessen werden. Die Kombination aus Text und Musik ist hier besonders kraftvoll.
Das Album endet mit „Ade nun zur guten Nacht“, einem traditionellen Abschiedslied, das Wader in seiner typischen Art interpretiert. Die schlichte Instrumentierung und der ruhige Gesang schaffen eine Atmosphäre des Innehaltens. Es ist ein Abschluss, der Sie mit einem Gefühl der Ruhe zurücklässt. Gleichzeitig lädt das Lied dazu ein, das Gehörte noch einmal Revue passieren zu lassen. Wader zeigt hier, dass er nicht nur ein großartiger Sänger, sondern auch ein sensibler Interpret ist.
Hannes Wader ...und es wechseln die Zeiten ist ein Album, das Sie nicht nur hören, sondern erleben. Es verbindet historische Tiefe mit aktueller Relevanz und zeigt die Vielseitigkeit eines der größten Liedermacher Deutschlands. Jeder Song ist ein kleines Kunstwerk, das zum Nachdenken anregt. Wenn Sie sich auf dieses Album einlassen, werden Sie feststellen, dass die Zeiten zwar wechseln, die Themen aber zeitlos bleiben. Es ist ein Werk, das in keiner Sammlung fehlen sollte.
Das Album "...und es wechseln die Zeiten" von Hannes Wader ist ein beeindruckendes Werk, das tiefe Einblicke in die Gedankenwelt des Künstlers bietet. Es ist geprägt von Waders charakteristischer Mischung aus Poesie und Politik. Wenn Sie sich für Hannes Wader interessieren, könnte auch das Album Hannes Wader Nie mehr zurück für Sie spannend sein. Dieses Werk zeigt eine andere Facette seines musikalischen Schaffens und bietet ebenfalls tiefgründige Texte.
Ein weiterer Singer-Songwriter, dessen Werke Sie interessieren könnten, ist Reinhard Mey. Sein Album Reinhard Mey Lampenfieber ist eine Sammlung von Liedern, die durch ihre Ehrlichkeit und Melancholie bestechen. Meys Fähigkeit, alltägliche Situationen in poetische Lieder zu verwandeln, ist bemerkenswert und könnte Ihnen gefallen, wenn Sie Hannes Waders Stil schätzen.
Auch Konstantin Wecker hat mit seinem Album Konstantin Wecker Poesie in stürmischen Zeiten ein Werk geschaffen, das sich mit den großen Fragen des Lebens auseinandersetzt. Weckers Texte sind tiefgründig und regen zum Nachdenken an, ähnlich wie die von Hannes Wader. Wenn Sie sich für poetische und politische Musik interessieren, ist dieses Album eine hervorragende Ergänzung zu Ihrer Sammlung.